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Vertrauen

Vertrauen ist auch: „Sich auf etwas verlassen“.

Kahle Bäume im Winter. Wir verlassen uns darauf, dass bald die Knospen sprießen.

Samen im kargen Boden. Wir verlassen uns darauf, dass sie aufgehen.

Nacht. Wir verlassen uns darauf, dass der Sonnenaufgang kommt.

Dieses Vertrauen braucht kein Nachdenken. Es ist da. Es ist so natürlich, so fest, dass man sich nicht ständig sagen muss: „Oh ich vertraue jetzt darauf, dass die Sonne aufgehen wird.“ Unser Vertrauen ist zu diesen Punkten Wissen.

Sieht der winterliche Baum nach Leben aus? Oder das Feld, das brach liegt? Oder die dunkle Nacht?

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Sieht der Baum danach aus, dass er tief in sich alle Nährstoffe aufbewahrt, die im rechten Moment eingesetzt werden? Oder der Same, dass er alles in sich trägt, um sich schließlich zu entfalten? Bemerken wir, dass die Erde sich dreht?

Dreimal: Nein. Und dennoch geschieht es permanent. Wir wissen es und können geduldig sein, bis es sichtbar wird. Geduld ist so betrachtet das Wissen über das permanente Vorgehen dieser lebendigen Prozesse.

Tief im Sein hat der Mensch alle Nährstoffe des Lebens. Tief im Sein formieren sich permanent Lösungen. Tief im Sein strebt der Mensch der Lebenssonne zu.

Manchmal sehen wir es nicht. Bemerken es nicht, aber:

Wir dürfen uns darauf verlassen, dass die Blätter und Blüten des Lebens sichtbar werden. Wir dürfen uns darauf verlassen, dass der Same gerade jetzt von den Kräften des Lebens genährt ist, um im rechten Moment die Schale zu durchbrechen.

Wir dürfen uns darauf verlassen, dass jede Nacht vom Tag erlöst wird.

So wird Vertrauen zu Gewissheit.

So wird Geduld zur Gewissheit des Guten.

 

Vom Loslassen

Ein Mann hat schon lange große Schmerzen. Er trifft einen Freund und erzählt diesem mit kläglicher Stimme: “Ich habe solche Schmerzen! Bitte hilf mir.“

Der Freund sieht ihn an und bemerkt, dass der Mann einen Kaktus fest in seiner Hand hält. Freudig sagt er: „Oh, das ist einfach. Öffne deine Hand und lass den Kaktus los, dann ist die Ursache weg und der Rest heilt schnell.“

Der Mann sagt: „Mit einem Kaktus hat das gar nichts zu tun. Außerdem, was verlangst Du da von einem Leidenden. Ich kann in diesem Zustand gar nichts tun. Erst muss der Schmerz aufhören, dann habe ich die Kraft die Hand zu öffnen.“

„Alles ist schwer, bevor es leicht ist.“                                                             Kaktus

-Thomas Fuller-