Monthly Archives: January 2014

Vom Loslassen

Ein Mann hat schon lange große Schmerzen. Er trifft einen Freund und erzählt diesem mit kläglicher Stimme: “Ich habe solche Schmerzen! Bitte hilf mir.“

Der Freund sieht ihn an und bemerkt, dass der Mann einen Kaktus fest in seiner Hand hält. Freudig sagt er: „Oh, das ist einfach. Öffne deine Hand und lass den Kaktus los, dann ist die Ursache weg und der Rest heilt schnell.“

Der Mann sagt: „Mit einem Kaktus hat das gar nichts zu tun. Außerdem, was verlangst Du da von einem Leidenden. Ich kann in diesem Zustand gar nichts tun. Erst muss der Schmerz aufhören, dann habe ich die Kraft die Hand zu öffnen.“

„Alles ist schwer, bevor es leicht ist.“                                                             Kaktus

-Thomas Fuller-

 

Fata Morgana

Überlegungen an Hand einer Fata Morgana                            FataM                    FataM

Fragen an sich selbst:                                                                               FataM

  1. Ist eine Fata Morgana substanziell? Ist sie das, was sie scheint zu sein?
  2. Verschwindet sie aus der Wahrnehmung, wenn man darauf starrt und sich dabei immer wieder klar macht, dass sie nicht substanziell ist?
  3. Wie geht man als Wanderer in der Wüste am besten mit einer Fata Morgana um? Auf was sollte sich der Wanderer in der Wüste wohl am besten konzentrieren?

Das Ziel fest im Blick

Drei Freunde sind seit Tagen auf dem Weg durch die Wüste. Sie kennen ihr Ziel und sie wissen, dass es Fata Morganen gibt. Sie wissen, dass diese Luftspiegelungen in die Irre führen. Müde und verschwitzt schreiten sie vorwärts.

„Schau! Dort ist eine Oase!“ ruft der eine. Und tatsächlich, dort in der Ferne! Könnte das nicht echtes Wasser sein? „Nein! Lass dich nicht täuschen! Wir müssen immer einfach nur gerade aus. Komm weiter!“ rufen die beiden anderen. Doch er hört nicht auf sie und rennt auf die vermeintliche Oase zu. Seine Freunde versuchen ihn aufzuhalten. Es gelingt nicht.

Sie gehen weiter. Immer wieder schielen sie zu der Luftspiegelung. Sie verschwindet einfach nicht. Könnte es nicht doch etwas Wahres sein? Es sieht doch so echt aus. So substanziell. Einer der beiden gibt sich den tollsten Vorstellungen hin: Wie er ins Wasser springt, plantscht, sich erfrischt. Diese Oase sieht doch so echt aus! Er setzt sich und starrt auf die Oase. „Wenn sie nicht echt wäre, dann könnte ich sie doch nicht sehen.“, denkt er. „Sie muss echt sein, weil ich sie sehe.“ Und so setzt er sich hin und starrt auf die Oase.

Sein Freund versucht ihn zum Weitergehen zu animieren. Vergeblich. So lässt er ihn, dreht sich um und geht weiter…den Blick noch fester auf das Ziel gerichtet, hoffend, dass seine Freunde bald erkennen, was Sache ist und fester denn je entschlossen, sich von keiner Fata Morgana in den Bann ziehen zu lassen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2014.

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